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Sweat & Shop! Nachhaltige Mode
Sweat&Shop1
22.11.2008, Berlin

Eine gemeinsame Veranstaltung der NGBK, dem Nachhaltigkeitsnetzwerk 3plusX, der Grass Routes Foundation und jovoo.

Eine neue Generation ethischer Konsumenten ist modisch, trendbewusst, informiert und engagiert sich über Blogs und soziale Netzwerke. Das Thema nachhaltige Mode und ein öko-intelligenter Lebensstil wird zunehmend in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert. Wie kommt es aber in der Modebranche an? Und funktioniert so etwas wie ‚Nachhaltige Mode’ überhaupt?

www.sweatandshop.de
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Kirsten Brodde`s legendärer Gründe Mode Blog zu Sweat and Shop:

Auf Platz eins der deutschen Singlecharts ist die Dresdner Band Polarkreis 18 mit ihrem Song: “Allein, allein..” und so fühlen sich wohl auch viele kleine Label, die gerne grüne Mode machen wollen. Damit das nicht so bleibt, hatte der Berliner Kunstverein NGBK den Modenachwuchs zum Austausch eingeladen. Und so traf man sich in Kreuzberg - inmitten vieler kleiner Modeläden - und überlegte, wie man sich besser vernetzen und vielleicht künftig sogar zusammen Stoff einkaufen könnte, um nicht gleich wieder unterzugehen.

Denn kleine Label brauchen anfangs nur wenig Stoff und kleine Mengen sind sehr schwer zu bekommen. Frans Prins von der Grass Routes Foundation und selber mit dem Label Pamoyo am Start, bot an, künftig als Infobörse zu dienen. Denn neben Leidenschaft, die viele Newcomer mitbringen, braucht es auch verdammt viel Knowhow und obendrein ein Quentchen unternehmerisches Kalkül Sicher ist: All diese Zwerge braucht der Markt, um riesenhaft zu werden und dann auch die Großen der Branche in Bewegung zu setzen.

Judith Vitt von der Unternehmensberatung Systain aus Hamburg schlug vor, wieder auf “Made in Germany” zu setzen und auch hier zu weben, zu färben und zu nähen. Eine feine Idee, womöglich lässt sich auch Hanf, Flachs (Leinen) oder Nessel hier vermehrt anbauen und zu Kleidung verarbeiten. Nicht vergessen: Das gab es hier mal im großen Stil! Biobaumwolle ist zwar das Material der Stunde, aber wird sicher nicht unseren gesamten Faserbedarf decken können. Ein paar andere Naturfasern wären schön und warum gibt es hier eigentlich keine Schafe aus kontrolliert biologischer Tierhaltung, die endlich Wolle für diesen verdammt kalten Winter liefern können? Schafhalter, bitte melden! Ich vermittle euch weiter.

Bereits erfolgreich und mit einer perfekt verarbeiteten Kollektion “Made in Germany” auf dem Markt ist die Berliner Designerin Magdalena Schaffrin (Plakat mit Kollektion oben im Bild). Dem Hype, jedes Jahr mehrere Kollektionen auf den Markt zu werfen, verweigert sie sich und setzt auf zeitlose und langlebige Basicteile. In der Sommerkollektion ´09 “twins” gibt es etwa hellgraue Bermudas und weiße Blusen und Hemden - jawohl! Für Männer auch! Wo ich doch immer behauptet habe, in Sachen grüner Männermode sei Deutschland so endlos leer wie die Wüste Gobi. Hoffentlich lässt sich recht viel Modenachwuchs vom Workshop anregen.

Die dunkle Seite der Modeindustrie war übrigens auch zu sehen. Johanna Balzer zeigte eine Performance, in der Fast Fashion billig genäht wurde. Schon mal jemand für 20 Cent die Stunde so richtig ausgebeutet? In Berlin ging das an diesem Abend.

Vielen Dank an Paula Marie Hildebrandt, Rainer W.Ernst und Seraphina Lenz von pöpp 68/3plusX, die diesen Workshop organisiert haben.



 

 
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